Montag, 27. August 2012

So viel los bei mir

Nach einer Woche in der Heimat und nach einer Woche mit meiner Oma habe ich wieder ein bisschen Angst bekommen... Ich hab Angst, dass mich meine Oma irgendwann nicht mehr erkennen wird... Noch erkennt sie uns alle und hat damit auch noch gar keine Probleme, aber irgendwann wird es soweit sein und davor hab ich große Angst.
Es ist sehr sehr anstrengend mit ihr. Sie vergisst mittlerweile alles innerhalb von Minuten... Und neuerdings entdeckt sie immer wieder "neue" Dinge auf dem Hof. Gestern waren plötzlich so viele neue Fische im Teich und wir wurden verdächtigt, die heimlich in den Teich gesetzt zu haben. Dass das aber einfach die kleinen Babyfische von den großen sind, hat meine liebe Oma einfach nicht wahrhaben wollen. Sie sitzt schließlich jeden Tag am Teich und das hätte sie ja schon mal eher gesehen, wenn das Babyfische wären, aber die waren ganz plötzlich von einem Tag auf den anderen da... Ach ja meine Oma. Oder was auch sehr belastend ist, wenn sie was fragt, dann hört sie bei der Antwort eigentlich gar nicht richtig zu und beschäftigt sich mit was anderem und dann fragt sie gleich wieder. Oder sie weiß am Vormittag, dass wir Abend Besuch bekommen und dass wir grillen wollen und wenn ich Nachmittag wieder komme, hat sie ganz plötzlich Eintopf gekocht und weiß angeblich von nichts... Wir würden ihr ja nie was erzählen und dann ist sie eingeschnappt. Sie kommt nicht mehr raus aus ihrer Wohnung, wenn "Fremde" zu Besuch sind. Sie sitzt eigentlich nur noch den ganzen Tag vor dem Fernseher. Und obwohl sie schon seit Jahren nicht mehr kocht, zieht sie seit ein paar Wochen wieder jeden Tag ihre Schürze an, "damit sie sich beim Kochen nicht dreckig macht."
Das macht mich ziemlich traurig alles. Ich würde ihr so gerne helfen. Und ich will nicht immer so schnell, die Geduld verlieren.
Aber es ist schon besser geworden in den letzten Monaten. Ich habe einige Bücher über Demenz gelesen und habe endlich eingesehen, dass sie krank ist, es nicht ändern kann und wir es einfach akzeptieren müssen, auch wenn es sehr schwer fällt...

Aber es passieren auch schöne Dinge in der Heimat. Ich habe wieder viele meine Freunde getroffen. Dorffreunde und Schulfreunde. Alle hab ich sie endlich mal wiedergesehen!
An dem einen Wochenende waren endlich wieder mal wirklich alle Dorfjungs da. Überall sind sie hergekommen. Aus der Schweiz, aus Bayern, aus Frankfurt, aus Dresden... Wir haben die Abende gemeinsam verbracht, sind Baden gefahren und hatten eine Menge Spaß. Das war toll! Bis auf den Hornissenstich... Der war nicht so toll. Aber das ist eine andere Geschichte und tut auch gar nicht mehr weh.
Und auch die alte Schulclique war wieder mal vollständig vereint. Grillen, Mädelstag, Baden - auch hier war alles dabei. Wir waren alle beisammen. Es gab wieder mal eine Geburtstagsüberraschung. Und wir haben die gemeinsamen Stunden voll ausgekostet.
Ich genieße die Zeit mit Freunden so sehr und habe gemerkt, dass ich meine Freunde früher oft mal vernachlässigt habe. Aber das soll nie nie nie wieder passieren!
Doch irgendwie fehlt immer einer... Auf jedem Gruppenfoto, das entsteht, sehe ich eine Lücke. Immer wenn wir alle gemeinsam an einem großen Tisch sitzen, denke ich, dass eigentlich noch ein Stuhl besetzt sein müsste. Es ist schon komisch... Auch nach so langer Zeit hinterlässt er immer noch eine Lücke.

Ja und dann ich war (zwar nicht in der Heimat aber in Dresden) noch beim BOY Konzert mit Me And My Drummer als Support. Das war richtig richtig schön!
Me And My Drummer haben mich von der ersten Minuten an überzeugt.
Und zu BOY brauche ich eigentlich gar nichts sagen. So bezaubernd und wundervoll!!! Einfach großartig!!!
Ich konnte bei jedem Lied stolz mit singen und habe zwischendurch immer wieder die Augen geschlossen, weil Valeska so zauberhaft gesungen hat. Auch die Band der beiden Mädels war ganz fantastisch. Und im Gegensatz zu den Vorurteilen, dass BOY nur so ruhige Mädchenmusik macht, hat es bei manchen Liedern auch richtig gerumpst!
Ein ganz ganz toller Abend, wenn leider auch ein bisschen kurz, da BOY bis jetzt nur ein Album veröffentlicht haben und deswegen auch nicht mehr spielen konnten. Aber das war auch das einzige winzig kleine Manko.



Und dann stand er heute plötzlich vor mir... Erst dachte ich einfach nur: Och nöö, bloß weg hier! Aber dann haben wir doch eine ganze Weile gequatscht und unerwarteter Weise war das richtig angenehm. Es war irgendwie so vertraut und schön. Und ich hab mir gewünscht, dass nie etwas passiert wäre... Aber so ist das leider nicht. Und ich weiß nicht, wie das jetzt weitergehen soll. Wir werden ab und zu Kontakt haben, aber ob ich zu mehr fähig bin, weiß ich nicht... Ich weiß nicht, ob wir einfach Freunde sein und uns manchmal einfach so treffen können... Ich weiß es nicht... Aber ich weiß gerade auch gar nichts, denn das alles hat mich ziemlich überrumpelt und verwirrt... Und ich werde es wohl einfach auf mich zukommen lassen...

Montag, 6. August 2012

Für meine Cousine...

Seitdem ich dich das letzte mal gesehen hab, gehst du mir nicht mehr aus dem Kopf. Ich denke ganz oft an dich und hoffe, dass es dir gut geht.
Du warst immer die große, starke und taffe Cousine. Und jetzt schau ich dich an und frage mich, woher nimmst du die ganze Kraft und Energie, die dich immer noch so herum hüpfen lässt. Ich hab Angst und mache mir große Sorgen um dich. Und ich denke, nicht nur ich habe Angst. Wenn ich in die Augen deiner Eltern schaue, sehe ich noch viel viel mehr Angst und Verzweiflung... Ihr seid, denke ich, alle am Ende eurer Kräfte... Die Stimmung und die Tränen bei unserer Verabschiedung haben alle Gefühle offen gelegt. Ich hoffe so sehr, dass alles ganz bald wieder gut wird. Aber ich weiß, dass das ganz viel Zeit, Geduld und Kraft braucht. Ich wünsche dir bzw. euch, dass euch diese Kraft und Zeit nie ausgeht!
Melde dich bei mir, wann immer du magst.
Du hast gefragt, ob es wieder mal ein paar neue Fotos aus Dresden gibt. Natürlich gibt es welche für dich und auch ein paar aus der sächsischen Schweiz!
Ich wünsche dir ganz ganz viel Kraft!
Ich hab dich sehr gern und drücke dich ganz fest!!!
























Schulfahrt 2012 - ein kleiner Rückblick

Auch dieses Jahr durfte ich wieder bei der Schulfahrt der FAS dabei sein.
Und auch dieses Jahr war es wieder ganz fantastisch und phänomenal!
Ich gehörte dieses Jahr zum Küchenteam und konnte so das Geschehen mal von der anderen Seite betrachten. Das war eigentlich auch mal ganz schön. Das Küchenteam läuft nicht mit den Kindern und Pädagogen mit, sonder fährt mit einem kleinen Transporter von Übernachtungsort zu Übernachtungsort und baut dort vor Ort immer das sogenannte Küchenzelt auf und bereitet alles für die Ankunft der Kinder vor. Das Küchenteam wird immer von einem Pädagogen begleitet, der mit einem weiteren Transporter und all den Sachen und Zelten auch von einem Ort zum anderen fährt. Der Pädagoge fängt dann schon mal ganz fleißig an, alle Zelte aufzubauen. Und auch ich durfte in den Genuss kommen, gefühlt tausend Zelte aufzubauen. An den ersten beiden Tagen fuhr Stefan mit dem "Pädagogentransporter" und wir sind einfach das weltbeste Zeltaufbauteam! Aber nach den ersten 8 - 9 Zelten hat man dann einfach irgendwann keine Lust mehr. Man denkt eigentlich müsste man jetzt doch bald fertig sein und dann sieht man, dass man noch nicht mal die Hälfte geschafft hat. Aber mit einem lustigen Zeltaufbaupartner kann man das überleben. Neben der Zeltaufbauhilfe kochen wir für die Kinder, beschmieren jeden Tag hunderte Schnitten mit Butter und schneiden unendlich viel Obst und Gemüse auf. Wir gehen Massen von Lebensmitteln und Getränken einkaufen und werden immer schön blöd angeguckt. Aber im Küchenteam herrscht stets gute Laune und herrliche Stimmung und da ist es egal, wie die Leute gucken.
Unsere diesjährige Schulfahrt begann am 14. Juli um 10 Uhr am Rosengarten in Dresden, von dort aus ging es dann für die Kinder, Pädagogen und Kutsche an der Elbe entlang bis zum Lößnitzbad. Dort angekommen sind die Kinder immer unglaublich glücklich, freuen sich auf ihre Zelte und die Tränen, die auf dem Weg vergossen wurden, weil man nicht mehr Laufen und lieber auf die Kutsche wollte, sind ganz schnell vergessen. Nachdem die Zelte eingerichtet sind, spielen die Kinder, toben umher und fragen unentwegt, wann es das nächste mal etwas zu Essen gibt.
Am ersten Abend dann auch schon die ersten Heimweh- und Übelkeitsfälle. Die Kinder die vor lauter Weinen und Heimweh nicht einschlafen können, sitzen noch lange mit uns am Lagerfeuer, bis sie in ihren Schlafsäcken fast eingeschlafen sind. Wir sitzen noch bis in die Nacht am Feuer und kriechen dann auch irgendwann in die Schlafsäcke, um leider viel zu wenig zu schlafen und früh von den Kindern geweckt zu werden.
Vom Lößnitzbad aus geht es dann weiter bis zur Boselspitze, von dort aus nach Niederau ins Waldbad und dann zur letzten Etappe auf den Campingplatz "Oberer Waldteich", wo wir für zwei Nächte bleiben.
Die Tage vergehen schnell, wir arbeiten uns von Mahlzeit zu Mahlzeit vor - ich hab das Gefühl die Kinder wollen und können den ganzen Tag nur essen - , das Wetter spielt einigermaßen mit - immer mal wieder Regen, aber auch relativ viel trocken und ab und zu sogar Sonne - , und die Stimmung ist einfach nur super!
Doch einen kleinen Stimmungsdrücker gibt es leider. Ich musste eher abreisen, da ich am Donnerstag Mittag meine Psychologieklausur schreiben musste. Ich kam die ganze Woche natürlich nicht wirklich zum Lernen und wollte mir auch nicht die Stimmung versauen lassen.
Denn seit über einem halben Jahr konnte ich einfach mal wieder an nichts denken! Ich habe eine Woche lang nicht geweint, war einfach mal wieder ausgelassen glücklich und habe sooo viel gelacht. Es war einfach nur ganz wundervoll!!!
Die Prüfung hat meine Stimmung dann aber doch wieder runtergezogen, da sie natürlich nicht so gut lief. Obwohl ich 2 oder 3 Wochen vor der Schulfahrt angefangen hab zu lernen und mich direkt vor der Schulfahrt auch gut vorbereitet fühlte, saß ich dann in der Prüfung und dachte: "Bitte was!?"
Anscheinend hab ich in der Woche wirklich alles vergessen können, blöder Weise aber auch das Wichtige.
Aber egal... Ich hatte eine ganz ganz wundervolle Woche und das ist das, was für mich zur Zeit zählt!!!

Samstag, 23. Juni 2012

Wie die Zeit einfach rennt...

In drei Wochen fahre ich schon wieder mit der FAS auf Schulfahrt. Nächste Woche haben meine Nachfolge-FSJler ihr Abschlussseminar. Und in drei Wochen sind dann auch schon die ersten zwei Semester meines Studiums vorbei und ich starte in 2,5 freie Monate.
Soll das jetzt wirklich schon wieder alles ein Jahr her sein? Es kommt mir wie gestern vor, dass ich vom Abschlussseminar und dann von der Schulfahrt kam. Ich hab doch grad erst mein Studium begonnen. Meine Seminarleiterin hat uns doch grad erst verraten, dass sie schwanger ist... Und heute treffe ich sie mit einem fünfmonatigen Babykindchen auf dem Arm.
Wo bitte ist denn die ganze Zeit hin??? Das macht mir irgendwie Angst.
Das kann doch nicht alles so schnell gehen! Morgen drehe ich mich um und ich bin 30, oder wie!?
Und wieso vergeht die Zeit so schnell und meine Gefühlswelt verändert sich kein bisschen? Ein halbes Jahr ist nun schon fast vergangen und was hat sich geändert? Wer passt denn da grad auf wen nicht auf? Also bitte was soll das denn???
Ich will nicht, dass die Zeit so schnell vergeht. Ich mag nicht so schnell erwachsen werden müssen. Ich will die Zeit genießen! Ich will raus und viel erleben. Ich will reisen, ganz viele tolle Sachen unternehmen und liebe Leute kennen lernen! Ich will auf jeden Fall für länger in die Berge und dann auch mal ans Meer. Ich will mir meine Wünsche erfüllen und meine Träume in die Tat umsetzen... Und dafür will ich genügend Zeit haben! Ich mag nicht gedrängelt werden, weil die Zeit einfach macht was sie will und viel zu schnell vergeht.
Und ich will nicht jeden Freitag denken: "Was das war jetzt schon wieder eine Woche!?"
Das ist doch gruselig! So schnell ist die zeit doch noch nie vergangen. Oder lebe ich einfach zu langsam?
Hui das dreht sich alles so schnell in meinem Kopf...
Und plötzlich ist es schon Übermorgen. Die Zeit vergeht und ich hab das Gefühl, dass auch bei allen viel passiert. Nur mein Leben steht grad still und versucht sich zu regenerieren. Die zeit rauscht nur so an mir vorbei und lässt mich links liegen. Aber vielleicht starte ich dann irgendwann mal richtig durch und überhole alle.
Wer weiß... Wer weiß schon, was morgen passiert. Das wird schon alles richtig sein.
Alles kommt, wie es kommen muss.

Samstag, 26. Mai 2012

Umgefallen

Ich fahre mit dem Rad gedankenverloren die Straße entlang. Ich sehe das Auto sehr schnell auf die Kreuzung zukommen und denke: "Mensch der fährt aber zügig auf die Kreuzung zu, hoffentlich kann der noch rechtzeitig bremsen. Ich bremse auf keinen Fall, weil ich hab ja Vorfahrt!" Und schon waren alle Gedanken egal. Ich merke, dass er definitiv nicht daran denkt zu bremsen und im gleichen Moment fliege ich schon über die Straße. Ich rutsche auf meiner rechten Körperhälfte über den Asphalt und schreie vor Schmerzen. Mein erster Gedanke: "Jetzt bist du kaputt..." Der Autofahrer springt aus dem Auto und sagt, dass ich erstmal sofort von der Straße müsse. Er fragt, ob ich aufstehen kann, aber ich kann mich in diesem Moment gar nicht bewegen. Ich habe Angst mich zu bewegen, weil ich denke, dass ich jeden Moment in tausend Teile zerfalle. Er trägt mich auf den Grünstreifen und schon kommen Passanten angerannt. Sie rufen, dass schon der Rettungsdienst alarmiert ist und in dem Moment denke ich: "Ach lasst mich doch bitte einfach aufstehen und gehen. Klar tut das jetzt weh, aber das wird schon nicht so schlimm sein!" Doch dann überkommen mich die Schmerzen und ich weiß gar nicht, wo es am meisten weh tut. Meine Rippen, meine Hüfte und mein Unterleib schmerzen so unfassbar doll. Ich weine die ganze Zeit und tausend Gedankenfetzen fliegen mir durch den Kopf. Zwei unglaublich nette Frauen versuchen mich zu beruhigen und abzulenken. Sie verwickeln mich in ein Gespräch und langsam realisiere ich, was passiert ist und wo ich bin. Plötzlich kommt ein ganz aufgebrachter Mann und fängt an mich abzutasten, mir seltsam blöde Fragen zu stellen und er nervt mich einfach nur. Ich wollte, dass er wieder weg geht und mich in Ruhe lässt. Er tat so, als ob er Ahnung hätte. Aber ich merkte, dass er überfordert war und irgendwas machen wollte, um sich selbst zu beruhigen. Auch die anderen waren sofort genervt von ihm . Zum Glück blieb er nicht lange, weil er sein Mitten auf der Straße geparktes Auto erstmal wegfahren musste. Der Autofahrer, der mich angefahren hat, sagte gar nichts, er hockte hinter mir und sah mich die ganze Zeit regungslos an. Als die Frauen ihn fragen, warum er so schnell gefahren wäre und nicht gebremst hätte, behauptet er, ich hätte kein Licht angehabt und ich wäre plötzlich aus dem Nichts da gewesen. "Spinner!" denke ich. Ich weiß, dass ich hundertprozentig mein Licht an hatte und dass er einfach nicht geguckt hat und viel zu schnell unterwegs war. Die Rettungsassistenten legen mir erst einmal sofort so ein schreckliches Halsdings um und heben mich mit zwei seltsamen "Schaufeln" auf die Trage. Sie sind sehr sehr vorsichtig und wollen mich nicht unnötig bewegen, weil noch keiner weiß, was mit meinem Körper passiert ist. Ich bekomme eine Infusion und werde an irgendwelche Geräte angeschlossen. Und dann geht es ab mit Blaulicht und Sirene ins Uniklinikum. Mir laufen die ganze Zeit Tränen über mein Gesicht und ich weine still vor mich hin. Ich kann nicht aufhören, obwohl ich selbst denke: "Jetzt ist aber mal gut." Ich muss an das Gesicht meiner Mutti denken, wenn ich sie später anrufen muss. Ich muss daran denken, dass ich jetzt sicher niemanden mehr erreiche und mich niemand abholen kann. Ich fühle mich wieder einmal so allein... Und die Tränen kullern über meine Wangen und wollen einfach nicht trocknen. Der Doktor tastet mich nicht gerade gefühlvoll ab und schickt mich gleich zum Röntgen. Ich werde durch lange Gänge geschoben, von der Unfallforschung befragt, muss in meinem Zustand irgendwelche Zettel unterschreiben und Fragen über Mädchendinge beantworten. Zum Glück ist nichts weiter Schlimmes passiert. Eine stark geprellte Hüfte, geprellte Rippen, ein paar Schürfwunden und blaue Flecken... Ich darf wieder nach Hause, muss aber versprechen, dass in der Nacht jemand bei mir ist. Und dafür, dass ich mit dem Krankenwagen fahren durfte, dass die "Fotos" von mir gemacht haben und dafür dass mir so schnell geholfen wurde, durfte ich zum Abschied noch 10 Euro bezahlen. Danke dafür...
Ich hatte so unglaubliches Glück im Unglück! Und ich bin so dankbar, dass ich jetzt hier sitzen und darüber schreiben kann, dass mir nichts weiter passiert ist und dass ich so glimpflich davon gekommen bin. Als ich dort auf der Straße lag, dachte ich wirklich, dass grad alles in mir drin kaputt gegangen ist...

Dienstag, 22. Mai 2012

Die Wunden verheilen...

...aber die Narben werden für immer bleiben.
Immer und immer wieder hab ich mich gefragt, wie ich diese psychischen Schmerzen los werde. Irgendwann hab ich eine "Übergangslösung" gefunden, die für kurze Zeit den psychischen Schmerz in den Hintergrund stellte. Das war eine ziemlich blöde "Lösung", aber sie hat mir geholfen... Und das hat gezählt. Niemals hätte ich gedacht, dass ich so verletzt sein könnte und dass mich Gefühle innerlich so zerstören können. Aber man sollte niemals nie sagen. Und so lief mein Leben weiter...
Langsam verheilen alle Wunden und trotzdem werden einige von den Narben für immer bleiben, mich für immer an dich erinnern und an das was du mir angetan hast.
Ich kann es immer noch nicht verstehen. Und wahrscheinlich werde ich es auch nie verstehen. Ich weiß einfach, nicht was in deinem Kopf vorgegangen ist. Was hast du dir dabei gedacht? Was hab ich dir angetan, womit du dieses miese Verhalten rechtfertigen könntest? Und dann lässt du mich stehen, bist verschwunden aus meinem Leben und genießt umso mehr dein eigenes Leben? Wie kannst du das? Wie kannst du einfach so tun, als wäre dir das alles total egal? Du lebst einfach so weiter, liebst dein Leben und bist anscheinend richtig glücklich!? Warum kann ich das nicht? Was ist denn da schief gelaufen? Hast du nicht immer gesagt, es ist für immer!? Wir hatten eine gemeinsame Zukunft. Und jetzt? Jetzt steh ich da, weiß nichts mit mir anzufangen. Und du machst einfach weiter, als wäre überhaupt nichts gewesen. Warum? Warum musstest du das tun?
Auf all diese Fragen werde ich wohl nie eine Antwort bekommen, aber damit werde ich nun leben müssen.
Ich werde von vorn beginnen. Ich muss von vorn beginnen. Ich muss bei Null anfangen.
Aber ich werde es schaffen! Es wird sicher noch eine ganze Weile dauern, bis alles verheilt ist, aber irgendwann werde auch ich wieder aus tiefstem Herzen lachen und strahlen können.
Am Wochenende meinten meine Freunde zu mir, dass ich ihnen so schon wieder viel besser gefalle. Und ich merke auch, dass es ganz langsam und zaghaft bergauf geht. Aber ohne meine Freunde würde ich mich immer noch unter der Bettdecke verstecken und den ganzen Tag nicht aufstehen. Ich verbringe jetzt wieder oft meine Wochenende zu Hause bei meinen Eltern. Und schon die Fahrt gestaltet sich dank meinem neuen lieben Chauffeur sehr angenehm. Ich muss keine Angst mehr haben, dir im Zug über den Weg zu laufen. Ich muss nicht starr aus dem Fenster sehen und warten bis die Zeit vergeht. Ich kann mit ihm reden und wenn es nur übers Wetter ist, weil uns grad mal wieder nichts besseres einfällt. Dann guck ich meinen "Chauffeur" schief von der Seite an, verdreh die Augen, weil mich unser tolles Gesprächsthema nervt und dann müssen wir beide lachen. Die Tage zu Hause verbringe ich mit meinen Eltern, auf meiner Schaukel oder mit meiner Kamera. Ich lenke mich ab und versuche meine Gedanken auf klare und gerade Bahnen zu bringen. Ich lese viel, liege rum und mache wieder nicht das, was ich schon seit Ewigkeiten vor mir her schiebe, obwohl ich mir fest vorgenommen hatte, endlich damit anzufangen. Die Abende und Nächte verbringe ich mit Freunden und guter Laune. Meine Freunde lenken mich ab und machen mir immer wieder klar, dass ich endlich wieder lachen muss und eigentlich keinen Grund habe dir nachzuweinen. Und sie haben ja leider wirklich recht... Ich bin froh, dass ich mich zur Zeit wieder so wohl und geborgen fühle im Dorf. Ich bin froh, dass die Jungs dort so anders sind und gar nicht einsehen und verstehen, warum ich immer noch so oft wegen dir so miese Laune habe und weine. Sie lenken mich mit irgendwelchem Blödsinn ab und das tut gut. Hier ist es schön, aber zu Hause in der Heimat gibt es irgendwas Vertrautes, was mich glücklich macht.

Sonntag, 13. Mai 2012

Was ist denn nun plötzlich los?

Langsam wunder ich mich schon sehr über mich selbst...
Von einem Tag auf den anderen überwiegt ganz plötzlich wieder die gute Laune in mir.
Ich stehe früh auf mit einem grinsen im Gesicht. Ich freue mich auf den Tag, stehe auf meinem Balkon und atme tief durch. Ich schalte die Musik an, gehe ins Bad und auf einmal muss ich lachen und tanze durch die Wohnung. Monatelang konnte ich mir diesen Gefühlszustand überhaupt gar nicht vorstellen und jetzt ist er ganz ganz plötzlich wieder da. Ich habe endlich wieder Lust in den Tag zu starten, mich bunt und hübsch anzuziehen und raus zu gehen.  Ich freue mich über die Kinder auf dem Spielplatz gegenüber. Die Baustelle hinter dem Spielplatz nervt mich auch nicht. Ich laufe durch die Straßen und entdecke winzig kleine Details, die mich strahlen lassen. Ich treffe mich mit Freunden und komme mit Bauchschmerzen zurück, weil wir die ganze Zeit nur am Kichern und Lachen waren. Ich liege auf dem Sofa mit dem Buch in der Hand und muss einfach grinsen.
Und natürlich möchte ich mir jetzt nicht selbst den Wind aus den Segeln nehmen, aber es gibt trotzdem noch oft genug Momente, in denen ich von jetzt auf gleich erstarre, mir die Tränen in die Augen schießen und ich denke "Warum? Warum konntest du mich so sehr verletzen? Was hab ich dir angetan, dass du so mies zu mir sein konntest?"
Doch dann am nächsten Tag scheint die Sonne, der Himmel ist blau, die Vögel zwitschern, die Kinder lachen und toben um die Wette, es ist warm und angenehm, ich treffe mich mit Freunden, mache Fotos und grinse. Dann kann ich das alles wieder für ein paar Stunden vergessen und das tut mir so unglaublich gut...